Freiheit – um sich selbst und seiner Umgebung begegnen zu können

Freiheit hat nichts damit zu tun, Dein Denken oder gar Dein ganzes Leben auf einen Schlag aufzugeben und zu ändern. Vielmehr geht es darum frei Denken und Leben zu lernen, oder es wieder zu erlernen.

Bevor dies geschehen kann, musst Du jedoch zuerst Deine eigenen Ansichten kennen, Deine Gefühle verstehen. Du solltest wissen, weshalb Du bestimmte Ansichten hast und was Dir Deine Gefühle sagen wollen. Du musst lernen zu sehen, was in Deinem Leben und Deiner Umgebung ist, was sich abspielt, ohne das Geschaute in irgend einer Weise zu werten; weder gut noch schlecht. Lernen, einfach zu sehen.

Dogmen und Zukunftspläne können wir nicht einfach aufgeben und fallen lassen. Wir können Sie höchstens unterdrücken – Freiheit unterdrückt jedoch nicht. Diese Konzepte haben einen festen Platz in unserem Leben eingenommen, zum Teil sind Sie über Jahre und Jahrzehnte im einzelnen von uns herangewachsen und haben sich gefestigt. Wenn wir nun beginnen einfach dagegen anzukämpfen, unterdrücken wir uns also selber. Viel sinnvoller ist, dass Du begreifst, dass es eben „nur“ Deine eigenen Träume sind, Deine eigenen Ansichten und Vorstellungen vom Leben – Dein Plan. Doch solltest Du Dich an diesen Konzepten nicht stur festklammern, sie zu Deinem Lebensinhalt machen und Dich ihnen unterordnen. Du solltest erkennen, dass diese Dogmen und Dein Denken wertvolle Werkzeuge sind und lernen, sie dementsprechend einzusetzen.

Geraten wir beispielsweise in so genannten Stress, liegt das meist daran, dass wir einfach zu viel auf einmal wollen. Wir denken also zu viel. Sich darüber jetzt nochmals den Kopf zu zerbrechen, führt jedoch in eine Endlosspirale. Der Weg besteht viel mehr darin, die blockierte Energie wieder zum Fliessen zu bringen. Dies können wir erreichen, indem wir uns ganz einfach Zeit nehmen (wir werden frei) und nichts tun. Sehr schnell wirst Du feststellen, dass, wenn Du nichts tust, Dir sehr viele Dinge einfallen, die vorher unter dem ganzen Strudel von Gedanken verborgen waren. Diese Dinge melden sich wieder bei Dir. Da vielfach allerlei bereits Verdrängtes Material so wieder in Dein Bewusstsein rückt, neigen wir dazu, uns schnell wieder zu verkrampfen und zu blockieren, weil es uns verängstigt oder beunruhigt. Wenn wir einfach mal nichts tun und frei werden, können wir verarbeiten, was uns wirklich beschäftigt, können wir entspannen ohne dass wir verdrängen müssen, ganz einfach deshalb, weil wir mit uns selbst und unserem Umfeld in Einklang kommen.

Wie aber soll es Dir nun möglich sein, inmitten dieser immer schneller verlaufenden Entwicklung und dem daraus resultierenden Stress frei zu werden – Zeit finden fürs Nichtstun? Diese Frage kann Dir nur Dein Eigenes Leben beantworten. Wenn Du beginnst, Deine Träume zu leben und Dich selbst langsam ernst nimmst (nicht immer nur die Meinung oder die Bestätigung der Anderen suchst), wirst Du lernen, dass die einzige Konstante, die sich Dir im Leben als freier Träumer bietet, jene ist, dass Du niemals alles wissen kannst. Früher oder später sollten wir begreifen, dass wir dem Leben immer unsicher gegenüberstehen werden, sollten lernen unsicher zu sein und dazu zu stehen. Unsicherheit ist nicht schlecht. Sie ist ein Gefühl, das uns wiederum als Werkzeug dienen kann. Sie mahnt uns zur Vorsicht – und die können wir auch gebrauchen auf unserem Weg zum freien Traum. Doch Vorsicht wiederum nützt Dir nur, wenn Du neugierig bist und Dich auf Entdeckungsreise begibst. Wenn Du Dich immer hinter dem vermeintlich sicheren Wall aus Dogmen und festgefahrenen Ansichten versteckst; Dich nicht getraust die Wahrheit – Deine eigene Wahrheit – zu entdecken und zu erforschen, wirst Du Deine Unsicherheit und Deine Vorsicht gar nicht gebrauchen können. Diese Gefühle würden Dich als Gefangener im eigenen Labyrinth nur verrückt machen.

Wenn Dein Traum erwacht ist und beginnt, sich zu befreien, wirst Du Deinen Weg finden, die Freiheit zu leben, denn erst wenn jeder, der Freiheit erlangen will, für sich selber und an seinem Platz so zu leben beginnt, als wäre sein eigener Traum bereits Realität, ist es möglich, dass auch andere von Deinem Traum erfahren und Vernetzung stattfindet. Doch sieht der Weg zur Freiheit nicht für jeden von uns gleich aus; es gibt keine Patentlösung. Jeder muss für sich selbst an seinen eigenen Blockaden arbeiten und deshalb muss jeder auf seine Art frei werden. Wir dürfen uns nicht von den Meinungen anderer, egal ob es sich dabei um Personen oder Organisationen handelt, abhängig machen lassen, dies führt nur dazu, dass wir eine falsche Sicherheit verspüren. Sicherheit die uns vorgibt angenommen, verstanden und akzeptiert zu sein. Nicht im Strudel der allgemeinen Verwirrung gefangen zu sein und darin abzutauchen. Sicherheit, zu wissen, wie alles ist, wie es läuft und wie es sein soll. An diesem Punkt sind schon viele Kriege entstanden und es ist eine traurige Tatsache, dass wir trotz unseres vermeintlichen Wissens, auch heute noch Gewalt anwenden, um eben genau dieses Wissen gegen eine andere Meinung durchzusetzen und Recht zu behalten. Wir sind alle wie kleine Kinder, die verängstigt sind durch all die vorherrschenden Meinungen, Rechte und Gesetze. Immer wurde uns gesagt, was zu tun ist, wer wir sein sollen, wie wir gut sind. So lange, bis wir nicht einmal mehr in der Lage sind, uns selber zu spüren; wie wir sind und was wir wollen. Da es aber nicht zulässig ist, dass wir nicht wissen, wer wir sind, beginnen wir, uns schnell nach jemandem umzusehen, der uns sagen kann, wer wir sind und wie wir uns verhalten sollen. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, wird es einem Menschen, der sich so orientiert, niemals möglich sein, seine eigene Freiheit zu leben. Er wird immer die Freiheit der anderen leben.

Wenn Du Deinen Weg konsequent weiter verfolgst, wirst Du feststellen, dass sich fast alle Deine Verpflichtungen aufzulösen beginnen. Dieser Prozess ist nicht immer einfach, da er vielfach die Einsamkeit mit sich bringt und viele kehren an diesem Punkt wieder um und bevorzugen das automatische Anerkennen der allgemein gültigen Dogmen. Doch erst aus der Reflexion Deiner eigenen Gedanken, Gefühle – Deinem eigenen Alleinsein (nicht Einsamkeit!) – kannst Du beginnen, von Deinem eigenen Kern aus, auf die Aussenwelt zu zugehen.

Freiheit kann nur durch frei werden erreicht werden, deshalb ist auch das nicht – Freie gut, denn schliesslich liegt darin der Weg zur Freiheit verborgen. Oder mit anderen Worten ausgedrückt: erst wer Gefangenschaft erlebt hat, weiss wonach er sich sehnt, wenn von Freiheit gesprochen wird und ist bereit, den langen und schwierigen Weg dorthin auf sich zu nehmen.

Ein paar Gedanken zum Thema Freiheit

Wir leben in einer Zeit wo alles ökonomisiert wird, Rendite steht im Vordergrund und Zeit ist Geld. Arbeitsabläufe werden automatisiert und optimiert; Stellen werden abgebaut. Und wie wenn das noch nicht genug wäre, wird der Schweizer Markt buchstäblich mit billigen Arbeitskräften aus dem Ausland überflutet. Die Konkurrenz wächst ins Unermessliche. Angst um den eigenen Arbeitsplatz breitet sich aus und ist vielerorts zur alltäglichen Routine geworden.

Viele Menschen sind deshalb gezwungen einen langen und weiten Weg auf sich zu nehmen. Viele arbeiten zu unmenschlichen Bedingungen, sind wochenlang von ihren Familien getrennt und werden zu Arbeitszeiten gezwungen, wie sie unsere Vorfahren in Firmen wie Escher-Wyss abgeschafft haben! Die meisten geben sich zufrieden, wenn sie eine – meist unterbezahlte – Arbeit haben. Löhne von unter 15.00 Franken pro Stunde sind dabei erschreckenderweise keine Seltenheit mehr. Frei nach dem Motto: „Hauptsache eine Arbeit halt“.

Diese Einstellung hat jedoch nichts mit freier Entscheidung zu tun. Dies ist nicht das Recht auf freie Meinungsäusserung. Denn wer den Mund aufmacht, der muss sich nicht wundern, wenn er morgen schon auf der Strasse steht. Wir werden vom allgemeingültigen Weltbild – welches uns ständig sagt, dass alles so ist wie es ist, weil es so sein muss – beeinflusst; sind nicht mehr frei, unsere eigenen Entscheidungen zu treffen. Doch genau dies wird uns in den Menschenrechten der Weltgerichte zugesichert. Das Recht auf Meinungsfreiheit.

Arbeitslosigkeit macht sich breit. Durch die vielen Bewerber, die auf jede offene Arbeitsstelle treffen, steigen die Anforderungen, welche an jeden Einzelnen von uns gestellt werden ins Unrealistische und die Ansprüche werden immer höher. Eine sich immer schneller drehende Spirale; wer einmal aus dieser Spirale herausgeschleudert wird, findet nur unter unnatürlich erschwerten Bedingungen den Einstieg wieder.

Wird man sich klar, was man als Mensch wirklich zum Leben und Überleben braucht, wie viel oder eben wie wenig, gibt es auch Möglichkeiten, seinen eigenen Weg zu gehen. Sich für sich selbst zu entscheiden, eigene Entscheidungen fällen. Viele Bedürfnisse lassen sich mit entsprechendem Einsatz auch ohne Geld befriedigen (Entlöhnung in Materialien und Naturalien). Wer selbst einen Garten hat, kennt vielleicht das erhebende Gefühl, das einem unsere Mutter Erde zurück gibt, wenn man sich von dem selber angebauten Gemüse ernähren kann.

Natürlich rentiert eine solche Lebensweise nach den hier in Europa geltenden Berechnungsmassstäben nicht. In der selben Zeit, welche man im Wald oder im Garten mit Arbeit verbringt, könnte man als Angestellter einer Firma ein beträchtlich höheres Einkommen erzielen und würde dem Staat mehr Gewinn einfahren. Doch wäre man auch gezwungen entsprechend mehr auszugeben. Man denke nur schon an den Arbeitsweg, die entsprechende Kleidung, auswärtige Verpflegung…Beispiele gibt es mehr als genug.

Diese Art zu leben ist krank und macht krank! Genug Opfer sterben täglich an den Folgen dieser ausbeutenden und menschenverachtenden Methoden, die unser Staat täglich verwendet – nur damit Gewinne erzielt und Profit eingefahren werden kann.
Wir haben uns entschlossen, auf solche Umwege möglichst zu verzichten; uns auf den Weg gemacht, nach Lebensformen zu suchen die mit diesem krankhaften System in einem natürlichen Verhältnis stehen. Man kann sich inmitten der Gesellschaft nicht gänzlich den allgemeingültigen Dogmen entziehen – Flucht stellt nicht die geeignete Antwort auf die ausbeutenden Methoden der Gesellschaftsnormen dar.

Absolute Unabhängigkeit gibt es wohl kaum. Doch wenn man achtsam ist mit sich selbst und der Natur sowie den Mitmenschen den entsprechenden Respekt entgegenbringt, wird man sich öffnen für die Erfahrung, die das Leben selbst darstellt. Scheinbare Verpflichtungen und Ansprüche fallen plötzlich weg und man wird im wahrsten Sinne des Wortes frei.